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Das Angebot des Faches Latein

 

Eine kurze Vorbemerkung

Während das Fach Latein zwischen 1980 und 2000 heftig ums Überleben zu kämpfen hatte, erlebt es in den letzten Jahren am Hartmanni-Gymnasium Eppingen (HGE) genauso wie an anderen Gymnasien des Landes einen regelrechten Boom. Dies hängt natürlich in erster Linie mit der Neuorganisation der Zugwahl durch die Einführung von G 8 zusammen; andererseits macht aber auch das Fach selbst den Schülern ein durchaus zeitgemäßes Bildungsangebot, das attraktiver ist, als man von einer „toten“ Sprache zunächst vermuten würde.

Voraussetzung für das Studium

Bei Beginn ihres Studiums stellen viele Studenten mit Schrecken fest, dass sie die Prüfung in dem gewählten Fach nur ablegen dürfen, wenn sie Latein gelernt haben. Jetzt kostet es sie wertvolle Studienzeit, Latein auf der Universität nachzulernen - auf der Schule wäre es leichter und gewinnbringender gewesen.
In der Regel wird das „Latinum" oder das „Große Latinum" verlangt für das Studium von:

  • Sprachen
  • Archäologie
  • Literatur
  • Kunstgeschichte
  • Philosophie
  • Musikwissenschaft
  • Theologie
  • Geschichte
  • u.a.m

Latein lernt man am erfolgreichsten möglichst früh, d.h. am HGE als 2. Fremdsprache nach Englisch in Klasse 6. Dabei kann ein später beginnender Unterricht in Französisch oder Spanisch von Latein nur profitieren, aber auch auf Englisch und die Kompetenz in der Muttersprache Deutsch wirkt sich die Beschäftigung mit Latein in der Regel positiv aus. Lateinkenntnisse: weniger Schwierigkeiten!

Hilfe für den Beruf

Außerdem: Wen haben in seiner Ausbildung nicht schon die Fachausdrücke geärgert, die er verstehen und behalten muß? Etwa den Gärtner die „tilia cordata", den Diplomlandwirt das „trifolium campestre", die Krankenschwester die „intravenöse Injektion", den Bibliothekar der „numerus currens", den Volkswirt die „optimale Allokation", die Krankengymnastin der „latissimus dorsi"?
All diese Beispiele machen deutlich, wie sich die Tradition von Latein als Sprache der Wissenschaft bis in die Gegenwart fortsetzt. Die Fachsprache bestimmter Berufsgruppen (z.B. Mediziner, Biologen, Pharmazeuten …) besteht zu einem großen Teil aus einem lateinischen Grundwortschatz. Selbstverständlich bedeutet das nicht, dass man ohne Lateinkenntnisse nicht ergreifen kann, das Erlernen der Fachsprache jedoch ist mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden. Lateinkenntnisse : nützliches Grundwissen

Wer Latein lernt, lernt nicht nur Latein

LATEIN: Basis für besseres Deutsch
Mit Latein lernt man, die deutsche Sprache besser zu verstehen und bewusster, präziser und abwechslungsreicher zu gebrauchen. Mit Latein versteht man anspruchsvolle Texte besser. Mit Latein durchschaut man besser, wie man durch Sprache beeinflusst werden kann. Mit Latein lernt man, Fremdwörter und Fachausdrücke zu verstehen und richtig zu benutzen.

LATEIN: Sprungbrett für andere Sprachen
Beim Lateinlernen lernt man WÖRTER, die man beim Erlernen weiterer Fremdsprachen gut gebrauchen kann. Das gilt nicht nur für romanische Sprachen wie Französisch, Spanisch, Italienisch, sondern auch für Englisch. Wussten Sie, dass über 50% der 400 000 Wörter der englischen Sprache direkt oder indirekt aus dem Lateinischen kommen? Man erwirbt sich grammatisches GRUNDLAGENWISSEN, das einen Zugang zu den meisten europäischen Sprachen vermittelt. Zudem eignet man sich METHODEN an, wie man Wörter lernt, wie man Formen erkennt und bildet, wie man erkennt, welche Wörter im Satz zusammengehören.
Also: Auf der Grundlage von Latein lernt jeder moderne Fremdsprachen leichter und in kürzerer Zeit!

LATEIN: Spezialtraining fürs Köpfchen
Beim Lateinlernen lernt man, genau hinzusehen, exakt zu unterscheiden, richtig zu kombinieren, d. h. aus den Beobachtungen die richtigen Schlüsse zu ziehen, komplizierte Zusammenhänge zu überblicken, zielstrebig und mit Ausdauer bei der Sache zu bleiben.
Alle diese Fähigkeiten benötigt nicht nur der Detektiv, sondern jeder, der es in seinem Beruf zu etwas bringen will.

Wer kann Latein lernen?

Im Prinzip kann jeder Latein lernen, schließlich sprachen nicht nur in Rom alle Latein - dies allerdings als Muttersprache -, auch andere Völker wie Gallier, Briten, Spanier nahmen im Zuge der Ausbreitung des römischen Reiches diese Sprache an. So einfach haben wir es heute nicht mehr. Doch jeder, der das Gymnasium schafft, schafft auch Latein!

Dabei hat es der leichter,

  • dem Sprache Freude macht,
  • der sorgfältig hinsehen und gut beobachten kann,
  • der Unterscheidungsvermögen besitzt,
  • der Spaß am Kombinieren hat,
  • der gerne Regeln entdeckt,
  • der bereit ist zu regelmäßigem Training,
  • der nicht gleich aufgibt, wenn es mal schwieriger wird.

Entgegen kommt ihm:

  • Die Unterrichtssprache ist Deutsch.
  • Die Hör- und Sprechanforderungen in der Fremdsprache treten in den Hintergrund.
  • Aussprache und Rechtschreibung machen keine Schwierigkeiten. Man spricht, wie man schreibt -man schreibt, wie man spricht.
  • Übersetzungen ins Lateinische entfallen weitgehend.

Latein: Alte Sprache auf neuen Wegen

Eines gilt natürlich: Wer Sprachen lernen will, gleichgültig welche, kommt um intensives, sicher auch mühsames Arbeiten nicht herum. Dies gilt auch für den Lateinunterricht. Dieser aber gibt keineswegs zufrieden mit Wörterpauken, Herunterrasseln von Formen und mechanischem Übersetzen. Er nützt die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Didaktik und Methodik und vermittelt in lebendiger Weise lateinische Sprache und römische Kultur.

Der Lateinunterricht ist lebendig und abwechslungsreich durch

  • attraktiv gestaltete Lehrbücher mit altersgemäßen Texten, textbezogenen Bildern und Zeichnungen, Informationen über das römische Leben.
  • Vielfalt von Themen und literarischen Formen bei der Lektüre: Sagen, Fabeln, Briefe, Reden, Gedichte, Komödien; Geschichtsschreibung, Staatstheorie, Philosophie.
  • vielfältige Übungsformen.
  • Einsatz moderner Unterrichtsmedien.

Text basiert auf: LATEIN LERNEN – FÜR DIE ZUKUNFT
(Hrsg. „Humanismus heute“ – Stiftung des Landes Baden-Württemberg)

Latein am HGE

Latein wird am HGE als 2. Fremdsprache nach Englisch als Alternative zu Französisch in Klasse 6 angeboten. Hat man sich für Latein als 2. Fremdsprache entschieden, ist der Unterricht in diesem Fach bis einschließlich Klasse 10 verbindlich. Der Schüler schließt den Lateinlehrgang nach Klasse 10 mit dem Erwerb des Latinums ab, wenn er im Abschlusszeugnis von Klasse 10 die Note 4 (oder besser) erreicht.

Um das Große Latinum zu erwerben, muss der Schüler in der Oberstufe 4 Halbjahreskurse im Fach Latein belegen und den letzten dieser Kurse mit 05 Punkten (oder besser) abschließen.

Als AG kann Latein derzeit aus organisatorischen und personellen Gründen nicht angeboten werden.

Wählt ein Schüler Latein als 2. Fremdsprache, hat er die Möglichkeit, sich bei der Profilwahl in Klasse 8 zwischen dem NWT-Profil und dem sprachlichen Profil (Französisch oder Spanisch) zu entscheiden. Damit bietet die Wahl des Lateinzuges in Klasse 6 bis zu einem gewissen Grad die Möglichkeit, eine Entscheidung über eine endgültige Profilwahl von der Klasse 4 der Grundschule in die Klasse 7 zu verlagern.

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